Lernen von der Krise – Resilienztraining als online-Version

von | April 2020

Noch nie waren die Inhal­te unse­res Resi­li­en­z­trai­nings Robust in schwie­ri­gen Zei­ten so aktu­ell wie heu­te. Es wur­de von der Cor Coa­ching GmbH seit 2011 in Koope­ra­ti­on mit der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se ent­wi­ckelt. Wir bie­ten es zur­zeit online an. Dar­un­ter ver­ste­hen wir die gesam­te Brei­te media­ler Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten und haben hier­für eine Rei­he von acht Video­kon­fe­ren­zen für Sie vor­be­rei­tet. Die wesent­li­che Bot­schaft: Resi­li­enz ist das Ergeb­nis von geeig­ne­ten Lern­vor­gän­gen in und nach einer Kri­se. Wenn es gut läuft, geht man gestärkt dar­aus her­vor. Jetzt kommt es dar­auf an, was wir aus der Kri­se ler­nen. Das kann uns wei­ter­brin­gen, wir kön­nen aber auch die alten Feh­ler wie­der machen.

Das kann einen weiter bringen… – Krisen und Routinen hängen zusammen

Die­je­ni­gen, die bei uns in den letz­ten Jah­ren schon eines unse­rer Resi­li­en­z­trai­nings mit­ge­macht haben, erin­nern sich viel­leicht an die Trai­nings­ein­heit zum Kri­sen­ler­nen. In Anleh­nung an Oever­mann (1996) ver­mit­teln wir dort einen kom­ple­men­tä­ren Zusam­men­hang zwi­schen Kri­sen und Rou­ti­nen, in dem die Kri­se den Grenz­fall, Rou­ti­ne den Nor­mal­fall bil­det. Die Kri­se bricht nicht ‚aus hei­te­rem Him­mel‘ über uns hin­ein. Sie ist eher uner­war­te­te Kon­se­quenz vor­her­ge­hen­der Ent­wick­lun­gen und erwirkt eine Erneue­rung. Ohne Kri­se wür­de jede Pra­xis ver­ar­men und ver­fla­chen. „Soweit Men­schen es schaf­fen, ohne das Irri­ta­ti­ons­po­ten­ti­al von Kri­sen aus­zu­kom­men, bewäl­ti­gen sie ihr Leben in „chro­ni­scher“ Lan­ge­wei­le, Müdig­keit, Nie­der­ge­schla­gen­heit, Ver­rückt­heit… Rou­ti­nen erge­ben sich aus Kri­sen als deren bewähr­te Lösun­gen.“ (Quel­le: Micha­el Buch­holz, Psy­cho­the­ra­pie als Pro­fes­si­on).

Routinen bergen Krisenpotenzial – …man kann aber auch die alten Fehler wieder machen

Rou­ti­nen kön­nen ihrer­seits wie­der Quel­len neu­er Kri­sen wer­den. Dies gilt, wenn (1) die Rou­ti­nen einen hohen Abso­lut­heits­grad° bekom­men, es also par­tout nicht anders vor­stell­bar erschei­nen, oder (2) wenn aus Kri­sen die fal­schen Schlüs­se gezo­gen wer­den, bei­spiels­wei­se in Form von unzu­läs­si­gen Gene­ra­li­sie­run­gen und Ängs­ten und vor allem, (3) wenn die Acht­sam­keit durch die Auto­ma­ti­sie­rung in Fol­ge vie­ler Wie­der­ho­lun­gen nach­lässt. Und das genau lehrt uns die aktu­el­le Kri­se: Wir sind gezwun­gen, (a) fle­xi­bler zu sein, (b) genau­er hin­zu­schau­en und nicht alles zu glau­ben, was gesagt wird oder was wir den­ken und uns © acht­sa­mer zu ver­hal­ten als bis­her.

Brutale Prüfungen – Wenn wir Früherkennungsmerkmale übersehen haben…

„Bru­ta­le Prü­fun­gen“, wie Weick und Sut­cliff im Rah­men der For­schun­gen zur orga­ni­sa­tio­na­len Resi­li­enz kata­stro­pha­le Kri­sen nen­nen, kom­men zustan­de, wenn oder weil wir schwa­che Signa­le über­se­hen oder mar­gi­na­li­siert haben. Das pas­siert (1) auf­grund star­ker Über­zeu­gun­gen, also wenn wir uns (2) im Zustand von Unacht­sam­keit befin­den, und wenn wir dann (3) von den durch die schwa­chen Signa­le ange­deu­te­ten Ent­wick­lun­gen über­rollt wer­den. Um bru­ta­le Prü­fun­gen zu ver­mei­den, wer­den star­ke Reak­tio­nen auf schwa­che Signa­le emp­foh­len, also bei­spiels­wei­se bei einem leich­ten Schnup­fen mal zur Abwechs­lung zuhau­se zu blei­ben, damit man nicht schwe­rer erkrankt.

Corona – …sind wir anfälliger für Krisen

Und damit sind wir bei der Coro­na-Kri­se ange­langt. Wir kön­nen jetzt star­ke Reak­tio­nen wie Aus­gangs­ein­schrän­kun­gen beob­ach­ten. Aber lei­der reagie­ren wir jetzt auf star­ke, nicht auf schwa­che Signa­le. Im Rück­blick kön­nen wir viel­leicht die schwa­chen Signa­le erken­nen, die wir über­se­hen haben. Erzwun­ge­ne Schlie­ßun­gen gan­zer Städ­te und Wirt­schafts­zwei­ge sind mehr als Win­ke mit dem Zaun­pfahl. Erst die mani­fes­te Kata­stro­phe bewirkt Maß­nah­men, die nicht ein­mal mehr als star­ke Reak­tio­nen, son­dern als Zwangs­maß­nah­men daher­kom­men und die Bür­ger­rech­te ein­schrän­ken. Para­do­xer­wei­se ist der Nor­mal­bür­ger plötz­lich tat­säch­lich ange­hal­ten, nun bei einem leich­ten Schnup­fen ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Rou­ti­ne der Leis­tungs­ge­sell­schaft zuhau­se zu blei­ben, aber dies­mal mit dem Ziel, Leben zu ret­ten.

Resilienztraining

Wir star­ten mit der 1. Video­kon­fe­renz “Robust in schwie­ri­gen Zei­ten” am 13.05.2020.
Es sind noch Plät­ze frei.

Ter­mi­ne

Mi,13.05., 20.05., 27.05., 03.06., 10.06., 01.07., 08.07., 15.07.2020 je 16–18h

Kos­ten

€ 240,- für die gesam­te Trai­nings­rei­he

Bei Inter­es­se nut­zen Sie unser Kon­takt­for­mu­lar oder kon­tak­tie­ren Sie uns unter 040 410 66 27.

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